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Die Medaillen an der Olympiade in Tokyo werden aus 100% recyceltem Material gemacht

Zu Beginn des Jahres 2017 kündigte das Organisationskomitee für die olympischen- und paralympischen Spiele an, Medaillen aus recyceltem Elektroschrott herzustellen. Denn moderne technische Geräte wie Smartphones und Tablets enthalten neben Glas und Metallen auch zahlreiche seltene Erden, wie Platin, Gold oder Silber. Durch chemische Prozesse können die wertvollen Rohstoffe von den übrigen Metallen getrennt werden.

Die Japaner sind zwar nicht die Erfinder dieses Projekts, denn bereits bei den olympischen Spielen in Rio de Janeiro enthielten die Silber- und Bronzemedaillen bis zu 30 Prozent recyceltes Material. Dennoch bleibt es eine super Sache, durch die auch die Bevölkerung des Landes in die Vorbereitungen der Veranstaltung miteinbezogen wird. Jeder Bürger kann durch das Abgeben von nicht mehr benötigen oder defekten Geräten helfen, das für die Medaillen notwendige Edelmetall zu sammeln.

Bisher wurden mehr als fünf Millionen Smartphones abgegeben.


Erst kürzlich äusserte sich das Komitee zur aktuellen Situation und zeigte sich dabei durchaus positiv. Das Komitee betonte die grosse Unterstützung von der Öffentlichkeit und von Unternehmen in ganz Japan. Aber auch nationale und internationalen Sportler seien dabei sehr engagiert.

Über fünf Millionen alte Telefone

Ganze 47’488 Tonnen Elektroschrott zählten die Kommunalbehörden bis anhin. Diese Zahl beinhaltet mehr als fünf Millionen ausgediente Telefone, die in den NTT Docomo-Filialen abgegeben wurden. So konnte das festgelegte Ziel des Komitees von 2’700 kg Bronze bereits im vergangenen Juni erreicht werden. Das Goldziel von 30.3 kg ist zu 93,7 Prozent erreicht und auch für das Silberziel von 4’100 kg fehlen nur noch knapp 15 Prozent. Damit ein möglichst hoher Anreiz zur Abgabe besteht, wurden viele Sammelstationen in Postämtern und anderen öffentlichen Gebäuden eingerichtet.

Das Programm endet dieses Jahr am 31. März, und die Entwürfe für die Olympischen und Paralympischen Medaillen werden in diesem Sommer vorgestellt.

Bilder: Shutterstock