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Seit 18 Jahren kämpft Froilan gegen das Plastikproblem in seiner Heimat

Anlässlich einer Interview-Anfrage von Greenpeace durften wir den Filipino Froilan Grate treffen. Durch seine berührenden Anekdoten versuchte er, uns die Komplexität des Plastikproblems in seiner Heimat näherzubringen.

Plastik soweit das Auge reicht.

Froilan wuchs auf der philippinischen Insel Guimaras auf. Als Kind spielte er an wunderschönen Sandstränden und schwamm im türkisfarbenen Wasser. Mit 17 Jahren verliess er die Insel, um die Universität in der Hauptstadt Manila zu besuchen. Froilan betonte im Interview mehrere Male, dass dies der Moment war, der ihm seine Augen geöffnet habe: Das Wasser der Manila Bay war beinahe schwarz. Anstelle von Fischen schwamm nur Plastikmüll im Meer. Ein Gefühl der Angst machte sich in ihm breit. Könnte das auch der Insel passieren, die er sein Zuhause nennt?

Aller Anfänge sind klein

Seine Entschlossenheit, sein Zuhause schützen zu wollen, war so gross, dass er dafür sein ganzes Leben umkrempelte. Bevor seine Mission anfing, breitere Dimensionen anzunehmen, fing Froilan bei sich selbst an. Er verzichtete auf jegliches Plastik und informierte sich ausgiebig über nachhaltigere Alternativen und die Ursachen, die eine solch extreme Verschmutzung ausgelöst haben.

Sein angeeignetes Wissen vermittelte er verschiedenen philippinischen Städten, indem er eng mit den lokalen Regierungen zusammenarbeitete. Viele Aufräumaktionen, Vorlesungen und umfangreiche Gespräche später, waren tatsächlich erste Erfolge ersichtlich. Die Stadt San Fernando konnte innerhalb von wenigen Jahren beispielsweise den Müll um 80 Prozent reduzieren. Dies reichte dem Umweltaktivisten jedoch nicht. Denn Froilan war sich bewusst, dass all diese Massnahmen das Problem nicht im Kern lösen.

Eine Bewegung entsteht

«Was machst du als Erstes, wenn deine Badewanne überläuft? Holst du den Wischmopp, um das verschüttete Wasser aufzuwischen? Nein, die logische Konsequenz ist es, den Wasserhahn zuzudrehen», so Froilan.

Und so wurde die Bewegung «BreakFreeFromPlastic» ins Leben gerufen. Zusammen mit Greenpeace und stolzen 1’400 weiteren Organisationen sollen die Ursachen des Plastikproblems langfristig besiegt werden. Dabei werden vor allem die multinationalen Konzerne in den Fokus genommen und aufgefordert, weniger Plastik, dafür aber nachhaltige Alternativen zu produzieren.

Froilan zeigte uns aus den Philippinen mitgebrachte Verpackungen. Auf den ersten Blick konnte man erkennen, dass das Meiste davon von Nestlé stammt. Ob Kaffeepulver, Nudeln oder Whitening Cream – alles in Plastik eingepackt. Als Froilan meinte: «Solange die Konzerne sich nicht bessern, ist es ein endloses Spiel und wir werden für immer aufräumen müssen», konnte man seinen Missmut deutlich spüren.

Froilan zeigte sich während des Interviews sehr nachdenklich.

An einer kürzlich stattgefundenen Konferenz mit Greenpeace und Nestlé konfrontierte der Umweltaktivist das Unternehmen. «Die Plastikkrise mag in den Philippinen und in anderen asiatischen Ländern besonders gut sichtbar sein. Initiiert haben aber Sie sie, in Ihrem Vorstandszimmer, als Sie beschlossen hatten, Ihre Produkte in Einwegplastik zu verkaufen. Und das an Orten, wo es keine Infrastruktur für die Bearbeitung des Plastikabfalls gibt.»

Für viele Filipos ist diese Umgebung trauriger Alltag.

«Wir müssen hartnäckig bleiben»

Solange die Konzerne nicht aufhören Unmengen an Plastik anzubieten, werden die Leute auch nicht aufhören, Plastik zu kaufen. Besonders Nestlé spielt dabei eine grosse Rolle. Laut «Global Alliance for Incinerator Alternatives» ist Nestlé der grösste Plastikverschmutzer auf den Philippinen.

«Wir wissen, wo wir ansetzen müssen und müssen hartnäckig bleiben», sagt Froilan. Bis die grossen Konzerne jedoch für eine Veränderung bereit sind, wird es gewiss noch einige Jahre dauern.

Bis dahin wird Froilan weiter Cleanups durchführen und die Menschen aufklären, wie wichtig es ist, unserem einzigen Planeten Sorge zu tragen.

Bilder: Greenpeace, Eigenproduktion