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Bali verbietet Einwegplastik

Wer an Bali denkt, der denkt an schöne Strände, Bungalows, Entspannung und blaues Meer. Doch wer genau schaut, sieht ein düsteres Bild: Plastik. Plastik überall! Bali hat ein riesiges Abfallproblem.

Die balinesische Regierung sah sich daher gezwungen, am 24. Dezember 2018 ein Verbot gegen Einwegplastik wie Plastiktüten, Plastikflaschen, Strohhalme und Styropor auszusprechen.

Parade-Beispiele für die Plastikverschmutzung sind die sogenannten «Garbage Mountains» – Müllberge, auf denen täglich über 1000 Tonnen Müll landen. Auch die vermeidlichen Traumstrände sind mit Abfall übersät. Anfang 2018 zeigte ein Youtube-Video des britischen Tauchers Rich Horner, dass auch das Meer selbst voller Plastik ist.

Nicht gerade wie man sich einen Sandstrand in Bali vorstellt.

Die Gesetzesänderung hat Potenzial

Das neue Gesetz soll im Sommer 2019 in Kraft treten. So können sich die Produzenten, Zulieferer und Konsumenten auf die kommenden Veränderungen einstellen und entsprechende Massnahmen ergreifen. Der balinesische Gouverneur hofft die marinen Kunststoffabfälle so innerhalb eines Jahres um 70 Prozent reduzieren zu können. Bei Nichteinhaltung der Vorschriften sollen Sanktionen erhoben werden, bei denen die Regierung beispielsweise die Verlängerung der Geschäftserlaubnis verweigern kann.

Laut Experten werden ungefähr 80% des Abfalles auf Bali im Inland produziert. Wenn also alle inländischen Produzenten, Zulieferer und Konsumenten auf Einwegplastik verzichteten, würde dies dem Abfallproblem zu einem beträchtlichen Teil entgegenwirken. Ein weiterer positiver Effekt ist, dass nun andere indonesische Städte wie Jakarta dem Beispiel von Bali folgen und ähnliche Gesetzesänderungen in Planung haben. Dort soll es Plastiksäckchen van den Kragen gehen. Laut der «StraitsTimes» seien 90 Prozent der Bevölkerung damit einverstanden, weniger Plastik zu verwenden.

Warum hat Bali so ein Abfall-Problem?

Indonesien gilt nach China als zweitgrösster Verursacher von Plastikmüll weltweit. Besonders in der Regenzeit kommt es zu Überschwemmungen, die Unmengen an Abfall in Richtung Meer spülen. 200’000 Tonnen landen so jedes Jahr an Stränden und im Meer.

Die Wasserversorgung der Bevölkerung ist in einer prekären Situation. 80 Prozent der Indonesier haben keinen Zugang zu sauberem Leitungswasser. Sie müssen mit Wasser aus den verdreckten Flüssen auskommen, das sie erst aufkochen. Und wo lagern sie das saubergekochte Wasser? In Plastikflaschen. Diese Flaschen, wie auch Plastik-Besteck und -Taschen sind aus dem täglichen Leben eines in Armut lebenden Indonesiers nicht wegzudenken. Sie sind gefangen in einer schmutzigen Plastik-Spirale. Denn die Fische, die den Plastik-Müll essen, landen später auf dem Markt und die Plastikreste in den Mägen der Menschen, die den Plastik überhaupt weggeworfen haben.

Bilder: Shutterstock