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Bis 2025 soll das Wasser im schmutzigsten Fluss Indonesiens wieder trinkbar sein

Der indonesische Präsident Joko Widodo startete 2018 ein siebenjähriges Projekt, das den dreckigsten Fluss Indonesiens «Citarum» reinigen soll. Er versprach, dass das Wasser bis 2025 wieder trinkbar sei.

Müll – überall wo man hinblickt.

Citarum ist ein wichtiger Fluss, der Haushalte und Industrien in West-Java und Jakarta mit Wasser versorgt. Die meisten Fabriken produzieren hier Textilien, wobei einige Betriebe wesentliche Bestandteile der Lieferketten globaler Modemarken wie Zara, Gap, Adidas und H&M sind. Nach jüngsten Daten des Koordinationsministeriums für Maritime Angelegenheiten verlassen sich heute rund 2’800 Fabriken bei der Entsorgung von Abwasser auf den Fluss Citarum. Zudem ist er eine wichtige Quelle für die Rohwasserversorgung und Bewässerung von mindestens 27 Millionen Menschen.

Die Chemikalien und Überbleibsel, die bei der Textilherstellung entstehen, hinterlassen im nahegelegenen Fluss Spuren. Hinzu kommen Abfälle aller Art von den Bewohnern. Die Verschmutzung des Flusses ist so schlimm, dass die Regierung sich gezwungen sah, ein Säuberungs-Projekt zu initiieren.

Noch sollte das Wasser nicht als Trinkwasser verwendet werden.

Das Militär hilft mit

Vor allem das Militär wurde in das Projekt eingebunden. 7’100 Mitarbeiter unter der Führung der indonesischen Armee wurden zur Reinigung auf den ganzen Fluss verteilt. Die Armee erhielt in diesem Zusammenhang das Recht, die bestehenden Vorschriften zu verbessern, aufzuheben oder zu ändern. Dieser Schritt wurde aber von vielen Stimmen kritisiert und gilt nach wie vor als umstritten.

Das vergangene Jahr gab die Regierung für den Kauf von Baggern, den Bau von Verbrennungsanlagen sowie Wasch- und Toilettenanlagen rund 40 Millionen Euro aus.

Das Militär bei alltäglichen Aufgaben.

Die jetzige Situation beunruhigt

Vor einigen Monaten sollte bereits ein neuer Bericht über den momentanen Stand der Wasserqualität in verschiedenen Teilen des Flusses, sowie die Gesundheit von Fischen veröffentlicht worden sein – dieser hat sich nun aber anscheinend verzögert. Professor Etty Riani vom «Department of Water Resources Management» leitet die Studie und betonte in einem Interview mit dem «Post Magazine», wie beunruhigend die Situation sei. Das Ökosystem in den Stauseen sei stark geschädigt und verschmutzt. Zudem fanden die Forscher Quecksilber und andere Schwermetalle im Gewebe von Fischen.

Dass das Fluss-System auf verschiedene Landkreise verteilt ist, stellt ein zusätzliches Hindernis für das Projekt dar. Der Fluss selbst fällt unter die Kontrolle der Zentralregierung. Aber das Landmanagement, die Abfallwirtschaft und die Überwachung von Gemeinden und kleinen und mittleren Unternehmen liegen in der Verantwortung einzelner Distrikte. Nur, wenn jeder dieser Distrikte sich für die Säuberung der Gewässer einsetzt, kann das Ziel 2025 erreicht werden.

Bilder: Instagram, Shutterstock