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Darum ist Glitter gefährlicher, als du denkst

«Es ist nicht alles Gold, was glänzt.» Auch wenn es um den alltäglichen Gebrauch von Glitter geht, der in Alltagskosmetik, Haarprodukten und Party-Utensilien verwendet wird, trifft dieses Sprichwort zu. 

In vielen Kosmetika und Haarprodukten befinden sich solche Glitterteilchen.

Glitter besteht aus winzigen Partikeln, die nicht löslich, formfest und kleiner als fünf Millimeter sind. Somit gehören die schimmernden Teilchen zur Familie des Mikroplastiks.

Gerade durch die Unscheinbarkeit der winzigen Partikel ist die Verbreitung in unserer Umwelt entsprechend gross. Dies betont auch Umweltforscherin Trisia Farrelly aus Neuseeland, Expertin für Kunststoffabfälle, und warnt vor den verheerenden Folgen: «Glitter sollte komplett verboten werden.»

Die Problematik von Mikroplastik

Die Auswirkungen der Mikroplastikteilchen sind nicht zu unterschätzen.

Da die Partikel beim Duschen oder Waschen einfach in die Kanalisation gespült werden und die Kläranlagen sie kaum herausfiltern können, enden sie in Seen oder Ozeanen.

Schliesslich gelangen sie in die Nahrungskette von Meerestieren. Der Verzehr von Plastik hat für die Tiere unter Wasser ernstzunehmende Konsequenzen; Innere Verletzungen und ein falsches Völlegefühl sind zwei davon.

Eine von Trisia Farrelly durchgeführte Studie hat gezeigt, dass sich durch das Plastik die Fortpflanzungsrate diverser Tiere signifikant verschlechterte. Und der Dominoeffekt geht weiter! Denn durch unseren Konsum von Fisch und Meeresfrüchten nehmen auch wir Menschen das Mikroplastik auf.

Während das Plastik im Meer schwimmt, nimmt es diverse Giftstoffe auf. Mit der Zeit wird es so noch schädlicher als zuvor. Forscher sind sich bisher jedoch noch uneinig, wie genau die aufgenommenen Stoffe sich bei Menschen auf die Gesundheit auswirken.

Mikroplastik ist überall

 Auch im Meersalz sind Spuren von Mikroplastik vorhanden.

Wie stark die Präsenz der Plastikteilchen mittlerweile geworden ist, hat eine Reihe von Studien deutlich gemacht. Spuren von Mikroplastik konnten in kommerziell verkauften Meersalzen nachgewiesen werden, und auch im Honig fand man Mikrofasern.

Sherri Mason, Professor an der State University in New York, leitete einer dieser Studien und beschrieb Kunststoffe als allgegenwärtig in der Luft, im Wasser, in Meeresfrüchten und sogar im Bier: «Kunststoffe sind einfach überall.»

Glitter ist nur ein Teil des Problems

Die zunehmende Problematik des Mikroplastiks veranlasst viele Meeresexperten und Umweltschützer sich für ein Verbot von Glitter und Mikroperlen einzusetzen.

Im Jahr 2015 startete die USA bereits mit entsprechenden Massnahmen und führte ein Verbot von Mikroperlen in Kosmetika und Körperpflegeprodukten ein. Andere Länder sind daraufhin gefolgt. Auch wenn Mikrokunststoffe nur einen Bruchteil des globalen Problems der Kunststoffverschmutzung ausmachen, ist es wichtig, dass wir uns der Problematik von Ozeanplastik bewusster werden. Das kann ein Ansporn und gleichzeitig ein erster Schritt zur Verbesserung des globalen Abfallproblems sein

 Alle Bilder: Shutterstock