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Ist Insektenöl eine nachhaltige Alternative zu Palmöl?

Können Insekten die Welt ernähren? Das ist eine Frage, die sich Forscher schon oft gestellt haben. Denn angesichts der stark wachsenden Weltbevölkerung werden wir mit der Nahrungsversorgung bald vor neuen Herausforderungen stehen.

Heute wissen wir bereits von mehr als 2’000 verschiedenen Arten essbarer Insekten. In vielen Ländern steht der Verzehr von Käfer und Co. auf dem täglichen Speiseplan. So sind laut eines FAO-Reports aus dem Jahr 2013 für etwa zwei Milliarden Menschen Insekten bereits Teil ihrer Ernährung. Dass die Krabbeltierchen viele gute Nährstoffe wie Proteine, essenzielle Fette sowie Kalzium beinhalten, ist auch bereits bekannt. Sie könnten also effektiv einen wesentlichen Teil zur Lösung der Nahrungsknappheit beitragen.

Insekten sind bei vielen Menschen bereits im Ernährungsplan.

Insektenöl statt Palmöl

Trotz der Reichhaltigkeit an Nährstoffen können sich die meisten von uns Käfer nur schlecht auf dem täglichen Speiseplan vorstellen. Was aber, wenn die Insekten von blossem Auge auf dem Teller nicht mehr zu erkennen und besser getarnt wären? – genau dies versucht ein indonesisches Unternehmen. Es produziert ein neuartiges Öl, das aus Käferlarven extrahiert wird. Das Ziel der Unternehmung ist es, der weltweiten Nachfrage nach Palmöl entgegenzuwirken, indem es eine gesündere und nachhaltigere Alternative schafft.

Biteback nutzt zur Produktion von Ölen und Fetten die Larven des «Grossen Schwarzkäfers». Diese daraus gewonnen Öle und Fette können nicht nur zum Kochen und Backen genutzt werden, sondern wie Palmöl auch für Kosmetikprodukte.

Im Unterschied zum Palmöl ist Ölertrag aus den Larven auf einer gleich grossen Fläche ganze 40-mal höher.

Der Grosse Schwarzkäfer.

Eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft

Der Produktionsprozess von Biteback folgt den Prinzipien einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. So werden die zur Ölproduktion genutzten Insekten mit den Abfällen verarbeiteter Lebensmitteln gefüttert. Das aus ihnen produzierte Öl wird wiederum für die Lebensmittelproduktion verwendet. Und die Abfälle der Lebensmittel können dann erneut als Larven-Futter genutzt werden.

Ein Kreislauf, in dem Abfälle effizient wiederverwertet werden.

Hinsichtlich des Preisfaktors kann das Käfer-Öl jedoch noch nicht ganz mit dem Palmöl mithalten. Momentan ist es im Vergleich deutlich teuer und wird nur als Premiumprodukt angeboten. Doch die Hersteller meinen, dass sie bei einer steigenden Nachfrage die Produktion einfacher skalieren und die Kosten ebenfalls deutlich senken könnten. Dann könnten sie auch versuchen, den Massenmarkt in Südostasien zu bedienen. Dort ist der Konsum von Insekten völlig alltäglich.

Bilder: Shutterstock, bitebackinsect.com