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Madagaskar rüstet mit erneuerbaren Energien auf

Die Regierung in Madagaskar möchte im Rahmen ihrer neuen Energiepolitik (Nouvelle Politique Energétique) ihr Land in Bezug auf  erneuerbare Energiequellen stärken. Heute hat nur ca. 15 Prozent der madagassischen Bevölkerung Zugang zu Strom. Mit neuen Projekten sollen bis im Jahr 2030 rund 70 Prozent der Menschen von der Elektrizität profitieren können.

Aktueller Stand

Das Land benutzt hauptsächlich thermische Energie und Wasserkraft. Von dieser potenziell zur Verfügung stehenden Energie können aufgrund unzureichender Wartungen der Kraftwerke jedoch nur 60 Prozent genutzt werden. Die Schwierigkeiten im Energiesektor untergraben nicht nur das tägliche Leben der Einwohner, sondern sind auch eines der Haupthindernisse für die Entwicklung des Landes und die Expansion des Privatsektors.

So wurde Madagaskar in einem Bericht der Weltbankgruppe «Doing Business 2018», der zur Beurteilung des Geschäftsklimas dient, auf Platz 184 von 190 Ländern platziert. Wie soll sich die Insel also in der Infrastruktur und Wirtschaft weiterentwickeln, wenn die Grundvoraussetzungen so schlecht sind?

Eine Insel, die wirtschaftlich und infrastrukturell nachhinkt.

Projekt «PAGOSE»

Im Bewusstsein dieser Lücken beschloss der Staat 2014, weitreichende Reformen zur Verbesserung des Sektors einzuleiten. 2016 erhielt er von der Weltbank über das Projekt «Power Sector Governance and Operations Improvement», oder kurz «PAGOSE», 65 Millionen US-Dollar. 2018 folgte einen zusätzlichen Zuschuss in Höhe von 40 Millionen US-Dollar.

Kernziele des Projektes sind die Verbesserung des Elektrizitätssektors und der finanziellen Nachhaltigkeit. Diesbezüglich möchte sich die Regierung vor allem auf erneuerbare Energien fokussieren. Die Solarenergie spielt hier eine wichtige Rolle, denn auf der Insel werden pro Jahr mehr als 2’800 Sonnenstunden gezählt. Letzlich möchte der Staat 80 Prozent der totalen Energie aus erneuerbaren Quellen beziehen. Zudem soll die Zuverlässigkeit der Elektrizität durch regelmässige Wartungen der Anlagen gesteigert werden.

In Zukunft werden die Häuser in Madagaskar vermehrt mit Solaranlagen ausgestattet sein.

Die Ziele sind ambitiös

Dass die Ziele relativ hoch gesteckt sind, erklärt auch Lantoniaina Rasoloelison, Minister für Energie und Kohlenwasserstoffe. «Um unser Ziel, 70 Prozent der Bevölkerung mit Strom zu versorgen, zu erreichen, müssen wir bis 2030 7’900 GWh produzieren, gegenüber den derzeit 1’500 GWh.»

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Lantoniaina Rasoloelison ist sich bewusst, dass noch einiges zu tun ist.

Ein weiterer Punkt den man im Auge behalten sollte, sind die Kosten. Der Aufbau von Solarkraftwerke ist nicht gerade billig. Hierfür wird Madagaskar von der International Finance Corporation (IFC), eine Tochtergesellschaft der Weltbankgruppe, unterstützt.

Bilder: Shutterstock, Facebook