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Schweizer wollen über ein Verbot der Massentierhaltung abstimmen

Ist dir auch manchmal mulmig, wenn du über die Zustände in der Massentierhaltung nachdenkst? Da bist du nicht alleine. Die industrielle Haltung und Aufzucht von Tieren rein zur Fleischproduktion stellt uns vor eine moralische und ethische Frage. Können wir diese Praktik mit unserem Gewissen vereinbaren? 

In der Schweiz wurde eine Volksinitiative gestartet, die jegliche Massentierhaltung verbieten will. Schaffen es die Initianten, 100’000 Unterschriften zu sammeln, kommt die Abstimmung vors Volk –  so funktioniert das politische System in der Schweiz.

Das sind die Gründe gegen Massentierhaltung

Die Initiative stützt sich auf drei Hauptargumente, die gegen die Massentierhaltung sprechen:

Schweizer wollen diese Art von Tierhaltung fördern.
  1. Die Umwelt
  2. Das Tierleid
  3. Die menschliche Gesundheit

Für die Umwelt ist die Massentierhaltung schädlicher als man denkt. Doch die grössten Fleisch- und Milchproduzenten sind schlimmer als Öl-Firmen. Die Tiere stossen grosse Mengen an Methan aus, was ein schädliches Treibhausgas ist. Zudem werden die natürlichen Ressourcen der Erde nicht effizient genutzt. Schweizer Seen leiden laut den Initianten zudem durch die Überdüngung und Futtermittelproduktion. 

Dass die Tiere in der Massenhaltung leiden, ist immer noch zu wenig bekannt. Täglich werden Tausende männliche Küken geschreddert. Schweine dürfen auf extrem engem Platz gehalten werden. Auf der Fläche eines Autoparkplatzes sind es 10 Schweine, die je etwa 100 Kilogramm wiegen.

Dies ist ein sogenannter Kastenstand.

Auslauf ist nur selten artgerecht gewährt. Kastenstände sind während gewissen Zeiten noch immer erlaubt. Mehr über das Leben von Mastschweinen liest du hier. Kühe dürfen immer noch im Anbindestall gehalten werden. Das heisst, sie werden an einer Stelle fixiert und können nicht frei im Stall herumlaufen. 

Die Initiative fordert: Eine Beschränkung der Anzahl Hühner, die gehalten werden dürfen. Die Abschaffung von Kastenständen und artgerechter Auslauf auf Wiesen und im Schlamm bei Schweinen. Ein Verbot der Anbindehaltung bei Kühen. 

Für den Menschen und seine Gesundheit stellen vor allem die Mengen an Antibiotika, mit denen die Tiere gefüttert werden, eine Gefahr dar. Die Tiere erhalten die Medikamente oft vorbeugend, um sicherzustellen, dass sie genug gesund sind, bis sie zum Schlachthof kommen. Dadurch verbreiten sich jedoch antibiotikaresistente Keime, die für den Menschen gefährlich werden.  

In gewissen Betrieben werden über 20’000 Hühner gehalten.

75 Prozent der Schweizer wollen das Verbot

Laut einer repräsentativen Umfrage, die dem Schweizer «Blick» vorliegt, sagen drei Viertel der Schweizer eher oder bestimmt Ja zur Abschaffung der Massentierhaltung. Frauen sind sogar zu über 80 Prozent dafür. 

Bedenklich an der Umfrage: Auf die Frage, ob die Schweizer mit den Tieren in der Massentierhaltung mitfühlen, antworten besonders Junge, dass sie nicht besonders mitfühlen. Erst ab 40 Jahren steigt der Anteil derer, die sich schlecht fühlen, rasant an. 

Wie würdest du abstimmen? Bist du für die Abschaffung der Massentierhaltung? Hier findest du die Webseite der Initiative.

Bilder: Maqi CC3.0 / Shutterstock / Pixabay