fbpx

Vorsicht, wenn du im Urlaub Tier-Touren buchst

Für viele von uns stehen Ferienaktivitäten wie neben niedlichen Schildkröten zu tauchen oder sich mit einem Bären ablichten zu lassen, ganz oben auf der To-do Liste. Was Touristen bei Begegnungen mit den exotischen Tieren aber nicht gezeigt wird, sind die schlechten Lebensbedingungen unter denen sie zu leiden haben. Viel zu kleine Käfige ohne Rückzugsmöglichkeit, ständiges Blitzlichtgewitter und tägliche Ausflüge bedeuten für die Wildtiere puren Stress. Mit Beruhigungsmitteln werden sie gezähmt und für die menschliche Interaktion gefügig gemacht.

Es werden erste Zeichen gesetzt

Die englische Fotografin Emily Garthwaite hat 2018 Bilder veröffentlicht, die hinter den Kulissen von Tierattraktionen geknipst worden sind. Eines ihrer erfolgreichsten Fotos zeigt einen Sonnenbär in Gefangenschaft, der deutlich erschöpft und mitgenommen aussieht. Das Foto erregte sehr viel Aufmerksamkeit. So war auch die Jury des Wettbewerbs «Wildlife Photographer of the Year» davon begeistert und lobte die Fotografin und ihre Künste. 

Garthwaite möchte mit ihren Bildern ein Zeichen setzen und die Menschen zum Nachdenken anregen, bevor sie trügerische Tierattraktionen im Ausland buchen. «Touristen bekommen den Eindruck vermittelt, dass die Tiere ein Spektakel sind. Es wird jedoch keine Verbindung zwischen dem Tier und dem Erlebnis hergestellt», so Garthwaite. 

Erlebnistouren mit Bedacht aussuchen

Erlebnistouren mit exotischen Tieren sind oft im Pauschalangebot von Reiseunternehmungen enthalten. Und um möglichst viel Gewinn herauszuschlagen, ist es für Reiseunternehmungen verlockender nach günstigen Touren zu suchen, die ethisch fragwürdige Methoden nutzen. Auch die lokalen Veranstalter von Tierattraktionen fokussieren sich primär auf einen möglichst hohen Gewinn. Um konkurrenzfähig zu bleiben, erhöhen sie ihre Preise nicht, sondern sparen an anderen Stellen. Schlechtes Tierfutter oder illegale Züchtungen sind die Folge.

Elefantenreiten – eine beliebte Touristenattraktion

Nachhaltige Tiererlebnisse sind aber durchaus möglich! Derselben Meinung ist auch Hannah Brooks, Community Engagement Manager im Chester Zoo. Der englische Zoo setzt sich weltweit für hohe Standards in der Tierpflege ein und ist bemüht Aufklärungsarbeit zu leisten. Durch Bildungsprogramme wollen die Naturschützer Alternativen fördern, die sowohl den Gemeinschaften zugutekommen, aber auch die Tierwelt schützen. Brooks fordert die Urlauber auf, zuerst die Erhaltungsnachweise der Reiseanbieter und -einrichtungen zu überprüfen und sicherzustellen, dass ihr Geld vor Ort ausgegeben wird. «Wenn die lokale Gemeinschaft von der Tierwelt um sie herum profitiert, dann gibt das ihnen die Motivation, sich um sie zu kümmern», sagt sie. Auf spottbillige Angebote sollte man also unbedingt verzichten.

Ein Projekt, bei dem der Zoo als Partner agiert, lautet «Wildlife Witness». Durch eine Smartphone-App können Touristen illegalen Wildtierhandel auf der ganzen Welt melden. Wenn beispielsweise ein gefangener Tiger in Not gesehen oder ein Verkauf eines anderen Wildtiers beobachtet wird, können die User den Standort und die Details aufzeichnen. In einem zweiten Schritt können die Beamten dann gegen die Besitzer ermitteln und eingreifen.

Bilder: Emily Garthwaite, Shutterstock