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Zum Schutz der Orcas verbietet der Gouverneur von Washington den Wal-Tourismus

Die Situation der Orcas, die in den Gewässern zwischen dem US-Bundesstaat Washington und der kanadischen Insel Vancouver Island leben, ist seit Längerem kritisch. Die Tiere leiden unter der Verunreinigung des Wassers und an den lauten Schiffsgeräuschen, die ihre Kommunikation bei der Jagd stören. So sterben immer mehr Orcas an Vergiftungen oder Hunger.

Nach jüngsten Berechnungen des US-Zentrums für Walforschung gibt es in den umliegenden Gewässern nur noch ca. 78 der Riesensäuger. Jay Inslee, der Gouverneur von Washington, kündigte deshalb drastische Massnahmen an, um das Aussterben der gefährdeten Orcas zu verhindern: «Wir geben alles, um diese ikonischen Kreaturen zu retten.»

Orcas sind weltweit verbreitet, bevorzugen aber etwas kältere Gewässer.

Eine Milliarde für die Orcas

Inslee möchte mit einem Budget von rund 1,1 Milliarden Dollar der kritischen Situation entgegenwirken. Das Geld wird unter anderem für den Schutz und die Wiederherstellung des Lebensraums für Lachse und deren Brutplätze eingesetzt. So sollen beispielsweise Dämme abgerissen werden, die den natürlichen Migrationspfad der Lachse blockieren. Denn der Mangel an Lachsen ist einer der Hauptgründe für den Rückgang des Orca-Bestandes.

Der Bonneville Dam hindert die Lachse am Laichen.

Um die Orcas soll eine «No-Go-Zone» von 365 Metern für Schiffe eingeführt werden. Zudem sollen vier Fähren durch Hybrid-Modelle ersetzt werden, die weniger Lärm erzeugen.

Eine letzte geplante Massnahme des Gouverneurs ist es, Walbeobachtungen im betroffenen Gebiet für drei Jahre zu verbieten.

Obwohl Inslee fest entschlossen ist, dem Aussterben der Orcas drastisch entgegenzuwirken, bleibt abzuwarten, welche seiner geplanten Massnahmen effektiv umsetzbar sind.

Denn seine Entscheidung stösst nicht nur auf Begeisterung. Republikaner sagen, dass für viele Menschen die Dämme, die abgerissen werden sollen, eine Lebensgrundlage darstellen. Deshalb seien sie nicht bereit, den Kollateralschaden für die Ambitionen des Präsidenten zu tragen.

Bilder: Shutterstock