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So elend leben weibliche Schweine in den USA

Weibliche Schweine sind in den USA an ihrem Limit. Im Schnitt müssen sie 23 Ferkel pro Jahr auf die Welt bringen. Ihr Körper hält dem nicht mehr stand. Die Sterblichkeit der Säue steigt rasant. In den letzten drei Jahren hat sie sich beinahe verdoppelt!

Die Tiere sind am Limit

Hauptgrund für die hohe Sterblichkeit sind Vorfälle des Uterus, Anus oder der Vagina der Tiere. Dabei fallen quasi die Organe der Tiere durch ihre Körperöffnungen. Die Amerikaner haben in den Achtzigern damit begonnen, Schweine auf schnelle Gewichtszunahme und dünnes Rückenfett hin zu züchten. Heute züchten sie die Schweine darauf, möglichst viele Ferkel zu gebären.

«Wir haben diesen Tieren einen Widerspruch reingezüchtet», sagt die US-Direktorin der Wohltätigkeitsorganisation «Compassion in World Farming», Leah Garces zum «Guardian». Weil die Menschen weniger Fett essen wollen, hat man die Tiere magerer gezüchtet. Jetzt sollen sie plötzlich Gebärmaschinen sein. Aber biologisch ist das ein Problem, denn ihre Knochen sind schwach geworden und sie haben nicht mehr genug Fett, um dem Gebärprozess standhalten zu können. «Wir haben diese Tiere an ihr Limit gezüchtet und sie sagen uns das jetzt».

Die Schweine leben in sogenannten Kastenständen.

Täglich tote Schweine in der Tonne

Ein weiterer Grund für die hohe Sau-Sterblichkeit sind die extrem engen Bedingungen, in denen sie leben. 97 Prozent der ca. 73 Millionen Säue in den USA werden in geschlossenen Ställen oder sogenannten «Konzentrierten Mastoperationen» gehalten. Dabei verbringen sie den Grossteil ihres Lebens in Kastenständen. Das sind Gitter, in denen sich die Schweine weder bewegen noch herumdrehen können. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist diese Art der Schweinehaltung verboten.

Paul Willis, ein Bauer, der inzwischen auf tierfreundliche Haltung umgestiegen ist, erzählt von Haufenweisen toten Schweinen: «Ich habe einen Nachbarn, der Säue in Kastenständen hält. Bei ihm steht eine Tonne, die praktisch an jedem Wochentag voller toter Säue ist.»

Für ihn geht es vielen US-Bauern nur um die Gewinnmaximierung. Besonders pervers: Für genau solche Bauern gibt es jetzt Produkte wie den «Hercules Arm». Eine Maschine, die vermarktet wird als «einzigartiger Weg, wie du ohne Aufwand schwere, tote Säue aus dem Stall entfernen kannst». Hier das Video:

Wie sieht es im deutschsprachigen Raum aus?

Deutschland nach China und der USA der Drittgrösste Produzent von Schweinefleisch weltweit. 2011 wurden in Deutschland über 26 Millionen Schweine gemästet. Die grösste «Ferkelfabrik» steht in Mecklenburg-Vorpommern in Alt Tellin. Dort sollen bis zu 250’000 Ferkel pro Jahr «produziert» werden. Die Anlage ist umstritten und ein Gerichtsverfahren läuft.

Titelbild: Shutterstock / Artikelbilder: Farm Sanctuary, Maqi CC3.0