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Die grössten Fleisch- und Milchproduzenten sind schlimmer als Öl-Firmen

Wer an Unternehmen denkt, die den Klimawandel vorantreiben, der denkt vor allem an fossile Brennstoffe. Wir kennen die CO2-Bilanz dieser Firmen und schauen mit Argusaugen auf alles, was sie zum Thema Klimawandel sagen oder tun. Dabei übersehen wir aber einen ganz anderen Klimasünder: Fleisch, Milch und die Wirtschaft drumherum.

Schlimmer als Ölmultis

Ein Report des Instituts für Landwirtschaft und Handelspolitik (IATP) stellt fest, dass die fünf grössten Hersteller von Fleisch- und Milchprodukten jährlich für mehr CO2-Emissionen verantwortlich sind als jeder Ölriese wie Shell oder BP. 

Zählt man die Emissionen der zwanzig grössten Fleisch- und Milchhersteller zusammen, stossen sie mehr Treibhausgase aus als ganz Deutschland oder Grossbritannien. Doch viele von ihnen weisen ihre Emissionen laut des Reports nicht korrekt aus.

Sieht man das Fleisch an der Theke, ist einem nicht bewusst, was alles dahintersteckt.

Woher kommt dieser riesige CO2-Fussabdruck?

Wenn man die CO2-Bilanz solcher Firmen anschaut, muss man sie immer als Ganzes sehen. Damit ein Schwein gemästet werden kann, braucht es Futter. Das muss produziert werden. Die Maschinen dazu brauchen Treibstoff. Die Pflanzen Dünger. Und die Tiere selbst stossen Methan aus. Nur vier der 35 untersuchten Firmen haben die gesamte Lieferkette ebenfalls ausgewiesen. Und weniger als die Hälfte hat überhaupt Massnahmen geplant, die Emissionen reduzieren sollen. Dass Klimaforscher kürzlich gewarnt haben, dass wir viel weniger Zeit haben, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu beschränken als gedacht, macht das Ganze umso besorglicher.

Macht die Landwirtschaft so weiter, während andere Industrien einsparen, wird sie zum grössten Klimakiller werden. Der Report warnt: «Die Viehwirtschaft würde 80 Prozent des globalen Treibhausgas-Budgets auffressen.»

Darf ich jetzt kein Fleisch mehr essen und keine Milch trinken?

«Wir sagen nicht, dass ihr kein Fleisch mehr essen dürft», sagt Shefali Sharma vom IATP, die den Report erstellt haben. «Es geht um das Ausmass des Konsums und die Art der Produktion. Das Problem ist diese industrielle Produktion, in dem es nur darum geht, möglichst viel billiges Fleisch zu produzieren und alle externen Faktoren wie der Einfluss auf Umwelt und Gesundheit missachtet werden», führt Sharma aus.

Den ganzen Report kannst du (auf Englisch) hier lesen: https://www.iatp.org/emissions-impossible

Bilder: Pixabay