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In den nächsten 30 Jahren werden zwei Drittel der Eisbären verschwinden

Für jede Tonne Kohlendioxid, die ein Mensch irgendwo auf der Erde freisetzt, schwindet das Meereis in der Arktis um drei Quadratmeter. Dies ist das Ergebnis einer Studie des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg.

Durch den zu hohen Kohlendioxod-Ausstoss, der die Klimaerwärmung wesentlich vorantreibt, beginnt das Meereis zu schmelzen. Die Arktis ist vom Klimawandel besonders stark betroffen. So hat sich die Fläche, die das arktische Meereis im Spätsommer bedeckt, während den vergangenen 40 Jahren etwa halbiert.

Die Eisbären haben immer weniger Eis zur Verfügung.

Dass die Eisschmelze schlimme Konsequenzen mit sich bringt, zeigt ein Blick auf die Tiere. Eisbären verbringen den Winter auf dem Packeis, um Robben zu jagen und sich Fettreserven anzufressen. Doch durch die erhöhten Temperaturen taut das Eis im Frühling schneller wieder auf und den Tieren bleibt weniger Zeit um zum Jagen.

Sie magern ab, werden kraftlos und schaffen es nicht mehr, die Strecken zwischen dem schmelzenden Treibeis und Festland zu schwimmen. Die zurückzulegenden Distanzen werden immer weiter. Die Eisbären haben nicht genug Kraft, um die längeren Strecken zu schwimmen und ertrinken.

Die Menschheit durch Fotos aufrütteln

Um die Botschaft dieses Bildes zu verstehen, braucht es keine Worte.

Dieses Bild zeigt einen abgemagerten Eisbären, der dem Anschein nach mit letzter Kraft versucht hatte, über die Felsen zu gelangen. Er schaffte es nicht mehr. Dass dies kein Einzelfall ist und immer mehr Eisbären dem gleichen Schicksal ausgeliefert sind, erkannte auch der Fotograf des Bildes, Paul Nicklen. Er ist der Gründer von SeaLegacy, einer Organisation, die Menschen weltweit durch professionelle Bilder auf die Probleme unserer Umwelt aufmerksam machen will.

Paul Nicklen (l.) mit dem ehemaligen US-Präsidenten Jimmy Carter.

Paul hat über mehrere Jahre in der Arktis gearbeitet. Er schildert auf Instagram, wie herzzerreissend die Arbeit als Naturfotograf sein kann:

«Mein ganzes Team kämpfte mit Tränen, als wir diesen sterbenden Eisbären dokumentierten. Die Szene verfolgt mich noch immer, aber ich weiss, dass wir sowohl das Schöne wie auch das Herzzerreissende mit der Welt teilen müssen, wenn wir die Mauern der Apathie niederreissen wollen. So sieht der Hungertod aus. Muskelschwund. Keine Energie. Es ist ein langsamer, schmerzhafter Tod. Wenn Wissenschaftler sagen, dass in 100 Jahren Eisbären ausgestorben sind, dann denke ich an die 25’000 Bären, die so sterben müssen. Es gibt keine einfache Lösung. Menschen denken, dass wir (statt Eis) Plattformen auf das Meer stellen können oder einzelne Bären durchfüttern. Die harte Wahrheit ist jedoch – wenn die Erde weiter wärmer wird, werden wir Bären und das gesamte arktische Ökosystem verlieren. Dieser Eisbär war nicht alt und er starb innerhalb weniger Stunden nach dieser Aufnahme. Aber es gibt Lösungen. Wir müssen unseren CO2-Fussabdruck» reduzieren, die richtige Nahrung essen, aufhören, unsere Wälder abzuholzen und endlich die Erde – unsere Heimat – an die erste Stelle rücken.

Mit «Wissenschaftlern» meint Paul einen Report des IUCN, der Weltnaturschutzunion. Eine neuere Studie warnt aber, dass es noch schneller gehen könnte. Bereits Mitte des Jahrhunderts sollen zwei Drittel der Eisbärenpopulation verschwunden sein, sagt Dr. Steven Amstrup von «Polar Bears International».

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My entire @Sea_Legacy team was pushing through their tears and emotions while documenting this dying polar bear. It’s a soul-crushing scene that still haunts me, but I know we need to share both the beautiful and the heartbreaking if we are going to break down the walls of apathy. This is what starvation looks like. The muscles atrophy. No energy. It’s a slow, painful death. When scientists say polar bears will be extinct in the next 100 years, I think of the global population of 25,000 bears dying in this manner. There is no band aid solution. There was no saving this individual bear. People think that we can put platforms in the ocean or we can feed the odd starving bear. The simple truth is this—if the Earth continues to warm, we will lose bears and entire polar ecosystems. This large male bear was not old, and he certainly died within hours or days of this moment. But there are solutions. We must reduce our carbon footprint, eat the right food, stop cutting down our forests, and begin putting the Earth—our home—first. Please join us at @sea_legacy as we search for and implement solutions for the oceans and the animals that rely on them—including us humans. Thank you your support in keeping my @sea_legacy team in the field. With @CristinaMittermeier #turningthetide with @Sea_Legacy #bethechange #nature #naturelovers This video is exclusively managed by Caters News. To license or use in a commercial player please contact info@catersnews.com or call +44 121 616 1100 / +1 646 380 1615”

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Dieses Video von Paul Nicklen sorgte 2017 für grosses Aufsehen.

Nicht nur die Eisbären leiden

Eisbärforscher Mitch Taylor untersucht ein Männchen.

Die Fotografie des verhungerten Eisbären ist nur ein Sinnbild für alle Tierarten, die in der Arktis leben. Ob Robben, Wale oder Moschusochsen – sie alle sind in irgendeiner Art und Weise von den Konsequenzen der Klimaerwärmung betroffen. Robben sind beispielsweise während der Brutzeit auf die Eisflächen angewiesen.

Moschusochsen leiden vor allem unter dem Nahrungsmangel. Denn wenn es durch die Erwärmung mehr regnet als schneit, sind potenzielle Futterpflanzen nicht mehr mit Schnee bedeckt. Vielmehr gefriert der Regen auf den Pflanzen, sodass die Tiere nicht mehr an ihr Futter gelangen.

Eisbären sind nicht die einzigen Tiere, die leiden.

Bilder: Shutterstock, Instagram Paul Nicklen