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In Indonesien kämpft der Islam gegen Plastik

Indonesien gilt nach China als zweitgrösster Verursacher von Plastikmüll weltweit. 200’000 Tonnen landen jedes Jahr zur Regenzeit an Stränden und im Meer. Die Regierung tut sich schwer, das Problem zu lösen. Doch jetzt kommt Hilfe: Die religiösen Führer nehmen die Sache selbst in die Hand!

Als erstes kommen Plastiktüten dran

Indonesien ist die bevölkerungsreichste muslimische Nation der Welt. Die Regierung hat sich nun mit den beiden grössten islamischen Organisationen im Land zusammengetan. Gemeinsam erreichen sie über 100 Millionen Anhänger. Religiöse Leader werden Gebetsgruppen im ganzen Land besuchen und gegen Plastikverschmutzung predigen.

Als erster praktischer Schritt soll die Bevölkerung aufhören, Plastiktüten zu nutzen. «Wir hatten früher viel umweltfreundlichere Taschen (aus Rattan und Bambus). Wir wollen, dass die Leute wieder zu diesen Traditionen zurückfinden», sagt Fitri Aryani von der Organisation «Nahdlatul Ulama» (NU) dem britischen «Guardian».

Kinder sammeln Plastik auf.

Islamische Schulen thematisieren bereits das Plastik-Problem. Sie lehren Kinder, wie man Plastikmüll minimiert, warum Plastik so schädlich für die Natur ist und wie man aus weggeworfenem Plastik sogenannte «Eco-Bricks» machen kann. Das sind PET-Flaschen, die mit Plastik und anderen weggeworfenem Material gefüllt werden. Daraus baut man dann Tische oder Hocker.

Bis ins entlegene Dörfer

Im Sommer begann NU mit sogenannten «Predigen gegen Plastik». Diese religiösen Predigten werden monatlich online ausgestrahlt und wollen, basierend auf den Prinzipien des Islams, eine nachhaltige Lebensweise vermitteln.

An islamischen Schulen und via TV wird Nachhaltigkeit gelehrt.

Indonesien hat seit langer Zeit ein Plastik-Problem. Plastik ist aus dem Leben der Bevölkerung praktisch nicht mehr wegzudenken und das Bewusstsein, was Plastik alles anrichten kann, ist noch auf Stand Null. Viele Indonesier verbrennen ihren Plastik am Strassenrand oder werfen ihn ins Wasser.

Mit der islamischen Initiative besteht nun die Chance, dass nicht nur in Städten, sondern auch Dörfer auf dem Land die nötige Aufklärung erhalten. Das Umweltministerium rechnet damit, dass im Bereich Plastik-Tüten schnelle Fortschritte spürbar sein werden. Die indonesische Regierung hat sich verpflichtet, bis 2025 den Plastikmüll um 70 Prozent zu verringern.

Alle Bilder: Shutterstock