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Der Klimawandel könnte für drastische Bierknappheit sorgen

Gemessen am Verbrauchsvolumen ist Bier das meist konsumierte alkoholische Getränk auf der ganzen Welt. Doch gemäss neusten Untersuchungen, werden Biere in den kommenden Jahren nicht mehr so leicht erschwinglich sein. Denn der Klimawandel hinterlässt seine Spuren und könnte zu einer Bierknappheit führen.

Eine Studie von Steve Davis, Professor für Erdsystemwissenschaften an der Universität Kalifornien, verdeutlicht einmal mehr, dass die globale Erwärmung eben nicht nur mit «wärmeren Tagen» in Verbindung zu bringen ist. «Unsere Ergebnisse zeigen, dass bei schwersten Klimaereignissen das weltweite Bierangebot in Jahren mit Dürren und Hitzewellen um etwa 16 Prozent sinken könnte», so Davis.

Die Forscher ermittelten aufgrund von historischer Daten die Anfälligkeit von Gerste bei Wetterextremen. Gerste ist – neben Wasser, Hopfen und Hefe – eine der vier Grundbestandteile von Bier.

Gerste wird beim Brauprozess verwendet.

Die Forscher prüften, wie häufig unter verschiedenen Klimaszenarien Hitze und Dürre auftreten und wie sich das auf die Erntemengen in 34 Weltregionen auswirken würde. Diesbezüglich stellten sie Berechnungen an, welche die Jahre 2010 bis 2099 betreffen.

Das Resultat? Im Schnitt würden die Ernteerträge um bis zu 17 Prozent sinken.

Und wenn die Ernte knapper wird…

Die Forscher glauben, dass bei Ernteknappheit die Verfügbarkeit von Gerste zum Brauen überproportional sinken wird. Denn man müsste die Produktion von Luxusgüter zurückschrauben aufgrund relevanterer Bedürfnisse, wie zum Beispiel der Futterherstellung für Tiere. Dadurch wäre mit einem deutlichen Preisanstieg des Getränks zu rechnen. Denn Knappheit kostet. In Belgien würden sich die Bierpreise laut der Studie verdoppeln. Polen trifft es noch härter: dort wird das Bier beinahe fünfmal so teuer.

Bierknappheit ist nicht sicher

Die Studie weist dennoch einige Unsicherheiten auf. Denn neue Technologien könnten die Erntemengen auch in Zeiten des Klimawandels wieder stabilisieren. Solche Faktoren wurden bei der Studie nicht berücksichtigt. Alle Schätzungen beruhen auf derzeitigen Daten zur Weltwirtschaft, Bevölkerung, landwirtschaftlichen Praktiken oder Ernährungsgewohnheiten. 

Bilder: Shutterstock