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Darum sollten wir Kühe ab sofort mit Seegras füttern

Die Nutztierhaltung ist einer der grössten Klimasünder der Welt. Besonders Kühe und Schafe stossen Unmengen an Methangas aus, meistens durch Rülpser. Methan ist ein sehr starkes Treibhausgas. Zwar ist es nur kurzfristig schädlich, aber in dieser Zeit 25 mal schlimmer als CO2.

Sieben Gigatonnen Methan werden durch Kühe pro Jahr in die Atmosphäre gepumpt. Das ist etwa gleich schädlich für das Klima wie die Transport-Industrie. Klingt nach viel? Ist es auch! Aber mit einem ganz bestimmten Seegras könnte auf einen Schlag all dieses Methan verschwinden. 

Seegras ins Futter mischen

2016 haben australische Forscher der James Cook Universität eine überraschende Entdeckung gemacht: Wenn man Kühen ein bestimmtes rotes Seegras ins Futter streut, reduziert sich ihr Methan-Ausstoss um 99 Prozent. 

Dieses Seegras könnte Grosses bewirken.

Die Forscher waren so überrascht, dass sie dem Resultat erst keinen Glauben schenkten und es nochmal überprüfen mussten. Doch auch beim zweiten Test zeigte sich: Wenn mindestens zwei Prozent des Kuhfutters aus dem Seegras Asparagopsis taxiformis besteht, werden die Methan-Ausstösse um über 90 Prozent gesenkt. 

Nicht ohne Probleme

Das klingt alles sehr vielversprechend. Doch wie immer gibt es einige Probleme, die uns hindern, per sofort allen Kühen der Welt ein paar Gramms dieser Algen ins Futter zu mischen. 

Problem Nummer eins: Das Seegras lässt sich noch nicht in grossen Mengen anbauen. Momentan wird es vor allem in Vietnam angebaut. Von der unglaublichen Menge, die für die Kühe der Welt produziert werden müsste, sind wir momentan noch weit entfernt. Forscher in Kalifornien haben mit einer ähnlichen Seegrasart, die nicht so selten ist, allerdings auch schon bis zu 60 Prozent Reduktionen im Methan-Ausstoss erreicht, wie «technologyreview» berichtet.

Problem Nummer zwei: Den Kühen schmeckt das Seegras nicht besonders gut. Es ist sehr salzig. Dadurch essen die Kühe allgemein weniger, was für die Fleischproduzenten ein Problem sein wird. Denn Kühe, die weniger essen, haben weniger Fleisch. 

Momentan suchen die Forscher nach Investoren, die weitere Experimente finanzieren. So soll möglichst rasch eine Methode gefunden werden, wie schnell genug Seegras angepflanzt werden kann, das den Kühen auch etwas besser schmeckt. Es stehen etwa vier Prozent der jährlichen Erderwärmung auf dem Spiel. 

Bilder: Shutterstock, Wikimedia/Jean-Pascal Quod