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Russische Stadt wird von toxischem grünem Schnee geplagt

Die Einwohner der russischen Stadt Pervouralsk sind entsetzt – denn der Schnee auf den Strassen ist nicht weiss, sondern grün.

Ein surrealer Anblick.

Verantwortlich dafür ist laut Berichten mehrerer britischen Zeitungen eine Chromfabrik. Ein 1960 gebauter Güllebehälter soll Chemikalien verschüttet haben, die den weissen Schnee in eine säurige grüne Farbe verwandelt hat. Dies sieht nicht nur komisch aus, sondern bringt auch schwerwiegende Probleme für die Gesundheit mit sich. Zahlreiche Menschen mussten im Krankenhaus behandelt werden und obwohl die Fabrik vorübergehend stillgelegt wurde, erkranken nachwirkend immer noch viele Bewohner am toxischen Schnee.

Gasmasken gegen giftige Dämpfe

In anderen Städten müssen sich Einwohner vor giftigen Dämpfen schützen. So werden beispielsweise in Sibai, einer Stadt im Süden der russischen Teilrepublik Baschkortostan, Atemmasken getragen. Die Masken können jedoch keinen 100 prozentigen Schutz gewährleisten.

Schockierenderweise haben die Kohlendioxidwerte in Sibai anfang des Monats ihren Höhepunkt erreicht und sind laut Messungen ganze 12 mal höher als die Vorschriften es eigentlich erlauben.

Der Umgang mit Schadstoffen lässt zu wünschen übrig

In Russland gab es in den letzten Monaten zahlreiche Proteste. Die Regierung soll ein stärkeres Umweltbewusstsein erlangen und endlich Massnahmen treffen, die zu einer nachhaltigen Entsorgung von Abfall und anderen Stoffen führen.

LKWs laden den Müll oftmals gerade dort ab, wo es sich platzmässig anbietet.

Ein System für die Müllentsorgung gibt es in Russland nicht wirklich. Denn Abfälle aus grösseren Städten wie Moskau werden entweder in ärmere Regionen des Landes transportiert, in der Regel in den Norden oder nach Sibirien. Oder man versucht den Müll zu stapeln und errichtet abgelegene Mülldeponien. Die Gesamtfläche aller Mülldepots wird auf 40’000 Quadratkilometer geschätzt. Dies stellt eine grössere Fläche dar als das Bundesland Baden-Württemberg.

Mülltrennung gibt es nicht

Russland produziert nach Schätzungen von Greenpeace fast 70 Millionen Tonnen Müll pro Jahr. Nach Angaben der Umweltaufsichtsbehörde «Rosprirodnadzor» werden aber landesweit nur vier Prozent der Abfälle verarbeitet. Riesige Müllcontainer entsorgen Glas, Papier, Restmüll, Plastik und Blech in Einem – sortiert wird nichts.

Einer wichtiger Grund, warum sich Mülltrennung in Russland nicht lohnt, ist der zu geringe Preis für die Müllentsorgung. Ein Zwei-Personen-Haushalt in Russland zahlt kaum mehr als 2,50 Euro an Müllgebühren pro Monat. Für Unternehmungen ist es also nicht rentabel, den Müll zu verarbeiten.

Aktuell bleibt abzuwarten, ob die Proteste die Regierung zu Änderungen anregen.

Bilder: Instagram, Shutterstock