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So zugemüllt ist das Ferienparadies Bali

Wer an Bali denkt, der denkt an schöne Strände, Bungalows, Entspannung und blaues Meer. Doch unter der Meeresoberfläche zeigt sich ein düsteres Bild: Plastik. Plastik überall!

Anfang 2018 zeigte ein Youtube-Video des britischen Tauchers Rich Horner der breiten Masse, wie verdreckt die Meere um Bali sein können. Auf der Suche nach Mantarochen entdeckte er vor allem eines: Plastik. In seiner Videobeschreibung schreibt der Taucher: «Die Strömung brachte uns ein schönes Geschenk aus Quallen, Plankton, Blättern, Ästen etc. Und Plastik. So viel Plastik.» Das Video kannst du hier sehen:

Rochen hatten Plastik-Tüten über ihren Mäulern

Neue Bilder der «Marine Megafauna Foundation» zeigen, dass das Taucher-Video bei weitem kein Einzelfall ist. Mantarochen schwimmen durch regelrechte Müll-Wolken auf der Suche nach Futter. Becher, Taschen, Windeln, PET-Flaschen, Plastik-Besteck – alles Mögliche. «Ich sah Rochen mit Plastik-Tüten über ihren Mäulern herumschwimmen. Sie können den Abfall nicht von Nahrung unterscheiden», sagt ein Forscher dem «Mirror».

Warum hat Bali so ein Abfall-Problem?

Indonesien gilt nach China als zweitgrösster Verursacher von Plastikmüll weltweit. Besonders in der Regenzeit kommt es zu Überschwemmungen, die Unmengen an Abfall in Richtung Meer spülen. 200’000 Tonnen landen so jedes Jahr an Stränden und im Meer.

Die Wasserversorgung der Bevölkerung ist in einer prekären Situation. 80 Prozent der Indonesier haben keinen Zugang zu sauberem Leitungswasser. Sie müssen mit Wasser aus den verdreckten Flüssen auskommen, das sie erst aufkochen. Und wo lagern sie das saubergekochte Wasser? In Plastikflaschen. Diese Flaschen, wie auch Plastik-Besteck und -Taschen sind aus dem täglichen Leben eines in Armut lebenden Indonesiers nicht wegzudenken. Sie sind gefangen in einer schmutzigen Plastik-Spirale. Denn die Fische, die den Plastik-Müll essen, landen später auf dem Markt und die Plastikreste in den Mägen der Menschen, die den Plastik überhaupt weggeworfen haben.

Wer jetzt handeln muss, ist die Regierung. Investitionen in Wasserleitungen sind dringend nötig. 2017 hat die indonesische Regierung angekündigt, dass die Plastik-Verschmutzung bis 2025 um 70 Prozent gesenkt werden soll. Für viele Indonesier muss aber jetzt gehandelt werden. Sie nehmen den Umweltschutz in ihre eigene Hand.

Bilder: Shutterstock