fbpx

China baut 100 Solarparks in Panda-Form

Wie bringt man mehr junge Menschen dazu, sich für den Klimawandel und erneuerbare Energien zu interessieren? Die 19-jährige Ada Li Yan-tung aus Hong Kong hatte eine Idee: Solarfarmen sollte man in der Form von Pandas bauen! Nie hätte sie gedacht, dass ihre Vorstellung bald Realität wird.

Diese beiden Pandas stehen in Datong, 300 km westlich von Peking.

100 Pandas für China

Ihre Idee hat Li 2015 an einer Veranstaltung in Paris zum Thema Umweltschutz vorgestellt. Organisiert wurde der Event von der UN. Li konnte ihre Idee mit Al Gore und dem ehemaligen UN-Generalsekretär Ban Ki-moon teilen.

Nach der Konferenz erhielt Li eine Nachricht vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen. Zusammen mit der chinesischen Solar-Firma Panda Green Energy soll Lis Idee umgesetzt werden. Heute sammeln die ersten «Solarpandas» bereits Energie.

Ada Li Yan-tung war 15, als sie ihre Idee vorstellte.

Li freut es, dass alles so schnell ging. «Wir haben keine zweite Chance. Wir haben nur eine Erde», sagt sie der «South China Morning Post».

Der erste Solarpark in Panda-Form wurde 2017 in der Nähe der nordchinesischen Stadt Datong errichtet. Er hat eine Kapazität von 100 Megawatt und ist etwa ein Quadratkilometer gross. Das ist eher klein für chinesische Standards. 10’000 Haushalte können damit versorgt werden. In den folgenden Jahren sollen 99 weitere Solarpandas gebaut werden. Ein zweiter Solarpark wurde bereits in Guangxi im Süden Chinas errichtet.

Der freundliche Panda soll junge Leute ansprechen.

China hat die grösste Solarpower

Mit 130 Gigawatt hat China laut der «BBC» die grösste Solar-Kapazität der Welt. Neben den «kleinen» Pandas gibt es auch gigantisch grosse Solar-Farmen. In der Tengger-Wüste steht der grösste Solarpark der Welt mit einer Fläche von 43 Quadratkilometern.

China will so schnell es geht die eigenen erneuerbaren Energien fördern. Denn das Land versorgt sich immer noch zu zwei Dritteln durch Kohlekraft. Das ist eine enorme Belastung für Bevölkerung und Umwelt. In den kargen Gebieten im Norden und Nordwesten Chinas spriessen deshalb Solarfarmen aus dem Boden. Doch die haben einen Nachteil.

Dieser Solarpark steht in der Provinz Qinghai.

Solarparks sind zu weit weg

Viele der grossen Solarparks wurden weit entfernt von den Städten errichtet, die von dort ihre Energie beziehen sollten. Das führt zu einem massiven Verlust an Energie. Im ersten Halbjahr 2018 konnten gerade mal 15 Prozent der Energiekapazität wirklich als Energie genutzt werden.

Die Verbindungskabel zwischen Solarparks und Städten sind noch zu wenig effizient. Kleinere Parks, wie die Solarpandas, können näher an die Städte gebaut werden und so effizienter Energie liefern.

Die Kosten, Solarpanels zu produzieren, werden unterdessen immer tiefer. China ist bereits der qeltgrösste Hersteller von Solarzellen und exportiert fleissig. Andere Länder wie Indien arbeiten ebenfalls mit Hochdruck an einer intelligenten Solarenergie-Lösung. Ein Problem mit Solarenergie haben wir aber noch nicht gelöst.

Solarzellen kann man nur schwierig recyceln

Nach ca. 30 Jahren müssen Solarzellen ausgewechselt werden. Doch in so einer Zelle hat es viele schädliche Substanzen, wie zum Beispiel Schwefelsäure. Sie sind deshalb nur schwer recycelbar. Experten erwarten in etwa 20 Jahren eine Explosion an Solarzellen-Müll in China, wenn all die riesigen Solarparks ausgedient haben.

Solarzellen sind immer noch viel einfacher zu entsorgen als radioaktiver Müll aus Kernkraftwerken. Aber trotzdem müssen wir eine Lösung für dieses Problem finden. Denn Solarparks wird es immer mehr und in immer grösseren Flächen geben.

Fotos: Green Panda Energy, Facebook/Zero Hour, Shutterstock

In diesem (englischen) Video siehst du die Panda-Solarparks von oben: