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Diese NASA-Fotos haben unsere Sicht auf die Erde verändert

Hast du Freunde, die Weltraumforschung für unnütze Geldverschwendung halten? Zeige ihnen diese Bilder und sie werden gleich ganz anders über den Kosmos denken.

Der Erdaufgang

Die Erde geht über dem Mond auf.

Dieses Foto heisst «Earthrise», also Erdaufgang. Es wurde 1968 von William Anders während der NASA-Mission Apollo 8 aufgenommen. Eigentlich war so ein Foto nicht im Missionsplan vorgesehen, aber als Anders die aufgehende Erde über dem Mondhorizont sah, war er so überwältigt, dass er zur Kamera greifen musste. Zum Glück. 

Earthrise gehört zu den wichtigsten Fotografien, die je gemacht wurden. Sie führte uns das erste Mal vor Augen, wie schön und zerbrechlich unser Planet inmitten des dunklen und leeren Kosmos ist. Historiker sehen in diesem Bild die spirituelle Entstehung der Umweltbewegung.

«Wir kamen den ganzen Weg, um den Mond zu erforschen, aber die wichtigste Entdeckung war die Erde.»

Bill Anders, Astronaut

Der Pale Blue Dot

NASA
Der Punkt im Lichtstrahl rechts ist die Erde.

Dieses Foto wurde 1990 aus der unglaublichen Entfernung von 6 Milliarden Kilometern geschossen. Die Raumsonde Voyager 1 war schon weiter weg als der am weitesten entfernte Planet, Neptun. Siehst du den Lichtstrahl auf der rechten Seite? Darin hat es einen kleinen, blassblauen Punkt. Das ist die Erde. 

Der Astronom Carl Sagan, der das Foto in Auftrag gegeben hatte, war davon so überwältigt, dass er diese Worte an die Menschheit richtete:

«Wenn man dieses Bild aus dem tiefen Weltraum betrachtet, sieht man einen Punkt. Dieser Punkt ist hier. Er ist unser Zuhause. Wir sind das. Darauf hat jeder, von dem ihr je gehört habt, jeder Mensch, der je gelebt hat, sein Leben gelebt. […] Jeder König und Bauer, jedes verliebte junge Paar, jedes hoffnungsvolle Kind, jede Mutter, jeder Vater, jeder Erfinder und Entdecker, jeder Lehrer der Moral, jeder korrupte Politiker, jeder Superstar, jeder oberste Führer, jeder Heilige und Sünder in der Geschichte unserer Spezies lebte dort auf einem Staubkorn in einem Sonnenstrahl. […] 

Unser Planet ist eine einsame Flocke in der großen umhüllenden kosmischen Dunkelheit. In unserer Dunkelheit – in all dieser Weite – gibt es keinen Hinweis, dass Hilfe von anderswo kommen wird, um uns vor uns selbst zu retten.[…] Meiner Meinung nach gibt es vielleicht keine bessere Demonstration der Dummheit der menschlichen Einbildungen als dieses ferne Bild von unserer kleinen Welt. Mir unterstreicht sie unsere Verantwortung, freundschaftlicher und mitleidsvoller miteinander umzugehen und diesen blassblauen Punkt, das einzige Zuhause, das wir je gekannt haben, zu bewahren und zu pflegen.»

Sagans Worte gehören zu den einflussreichsten Zitaten der Raumfahrt.

Das Hubble Deep Field

Tiefer ins Universum haben wir noch nie gesehen.

Das Hubble Extreme Deep Field (XDF) ist das tiefste Bild des Universums. Kein Bild schaut weiter ins All hinein als das XDF. Astronomen haben dazu das Hubble-Weltraumteleskop während 50 Tagen auf eine scheinbar leere Stelle im Himmel gerichtet.

Das XDF zeigt uns somit, was sich in der Dunkelheit des Kosmos versteckt. Die Resultate sind so gewaltig, dass sie nur schwer zu fassen sind. Die Punkte, die du auf dem Bild oben siehst, sind keine Sterne. Das sind Galaxien. Jeder einzelne. Und in jeder dieser Galaxien sind Millionen von Sternen, Planeten, Himmelskörpern.

Das ist aber noch nicht alles. Willst du wissen, wie gross der Ausschnitt des Himmels ist, in dem die Wissenschaftler mit dem XDF nachgeschaut haben? So gross: 

Im kleinen Viereck links unten am Mond befinden sich 5500 Galaxien.

Weil wir so weit ins Universum schauen, schauen wir gleichzeitig auch zurück in der Zeit. Wir sehen Galaxien, wie sie vor 13 Milliarden Jahren aussahen, nur kurz nach dem Urknall. 

Ein anderer Sonnenuntergang

Die Sonne geht auf dem Mars unter.

Der Nasa-Rover «Curiosity» schoss dieses Foto am 15. April 2015. Es zeigt einen Sonnenuntergang auf dem Mars. Ein blauer Sonnenuntergang auf dem roten Planeten quasi. Durch die Rover erhalten wir immer wieder aktuelle Bilder von der Oberfläche eines anderen Planeten. Ist das nicht absolut faszinierend?

Hier könnte Leben sein

Der Mond Enceladus und Wasserfontänen.

Dies ist zwar kein schönes Foto, aber ein wichtiges. Es zeigt den Saturnmond Enceladus und eine Art Fontäne an seiner Oberfläche, die etwas ins All pustet. Als die Cassini-Sonde durch die Fontänen fliegt und sie analysiert findet sie unter anderem Wasserdampf, Kohlendioxid, organische Materialien. 

Was das bedeutet? Enceladus besitzt Wärme, Wasser und organische Chemikalien. Das sind die wesentlichen Bausteine für die Entstehung von Leben. 

Unter der Kruste von Enceladus scheint ein Ozean zu sein, auf dem es hydrothermale Quellen gibt, genauso wie auf dem Boden der Ozeane der Erde. Und genau dort vermutet man, dass die ersten Lebensformen auf der Erde entstanden sind.

Achtung: Das heisst noch lange nicht, dass auf Enceladus wirklich Leben existiert. Nur weil man Nägel, einen Hammer und Holz hat, ist noch kein Haus gebaut. Die NASA will nun eine Mission nach Enceladus starten, die gezielt nach Lebensspuren suchen soll. Finanziert ist sie bereits. Der russische Milliardär Yuri Milner greift der NASA unter die Arme.

Würden wirklich Spuren von Leben auf Enceladus gefunden werden, würde das unser Verständnis des Universums komplett verändern. 

Alle Bilder: NASA