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Was macht der NASA-Lander «Insight» auf dem Mars?

Am Montagabend ist der NASA-Roboter Insight erfolgreich auf dem Mars gelandet. Mit den Rovern Curiosity und Opportunity sind nun also drei von Menschen geschaffene Maschinen im Einsatz auf dem roten Planeten.

485 Millionen Kilometer musste Insight reisen, bis der Roboter landen konnte. Bei der NASA war man ausser sich vor Freude, als man «Touchdown confirmed» hörte. 

Sogar der geheime Handschlag wurde ausgepackt. 

Was soll Insight herausfinden?

Eines der Hauptziele der Insight-Mission ist es, mehr über den Kern des Planeten herauszufinden. Wie gross ist er? Ist er flüssig oder fest? Dafür benutzt Insight mehrere Instrumente.

Nachdem Insight gelandet ist, musste er erst kurz stillstehen, bevor es über mehrere Stunden seine Solarpanels ausfährt. So stellte die NASA sicher, dass kein Staub die Panels bedeckt. Auf dem ersten Bild, das Insight geschickt hat, ist noch der Staubschutz auf der Kamera. 

Insight
Das erste Bild vom Mars, das uns Insight geschickt hat. Die Punkte sind Staubkörner.

Der Roboter wird sich nicht bewegen, sondern an Ort und Stelle bleiben. Nachdem die Solarpanels ausgefahren wurden, wird Insight mit einem Greifarm behutsam die mitgebrachten Instrumente auf den Boden legen. Inzwischen hat es uns ein besseres Bild geschickt:

Die Marsoberfläche ist im Landebereich extrem flach.

Marsbeben auf den Grund gehen

Von der ETH Zürich stammt ein Seismometer, der Marsbeben und Meteoriteneinschläge misst. Er ist so empfindlich, dass er Vibrationen messen kann, die kleiner sind als ein Atom. 

Anhand der seismischen Wellen, die bei einem Marsbeben gemessen werden, können Forscher einschätzen, wie die genaue Zusammensetzung des Planeten ist. Denn je nach Material, durch das die Wellen reisen müssen, verändert sich auch ihre Geschwindigkeit. 

So wird die Sonde ihre Instrumente einsetzen.

Deutsche Technik auf dem Mars

Ein vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickeltes Gerät wird sich in den Boden bohren und dort den Wärmefluss messen. Fünf Meter tief soll es vordringen. Tiefer haben wir nie in einen anderen Planeten gebohrt. 

Wie ein gekochtes Ei?

Ein anderes Instrument schickt permanent Radiowellen zurück zur Erde. Durch den Doppler-Effekt können die Wissenschaftler herausfinden, wie stark Mars während seiner Umdrehung wackelt.

Der Youtuber «Veritasium» erklärt einfach, was uns das nützt: Stell dir vor, du lässt zwei Eier rotieren. Eines ist hartgekocht, das andere nicht. Das hartgekochte Ei wird viel gleichmässiger rotieren, da im rohen Ei die Flüssigkeit hin- und herschwappt. Zusammen mit den Daten des Seismographen gibt uns das weitere Informationen darüber, ob der Kern gross, klein, flüssig oder fest ist.

Darstellung vom Innern der Erde und dem Mars.

Zuletzt misst ein Magnetometer die magnetische Aktivität auf dem Mars. Der rote Planet hat sein magnetisches Feld zwar schon lange verloren. Wenn der Planetenkern allerdings aus metallischem Material ist, wird er mit dem Sonnenwind interagieren. 

Was nützen uns diese Informationen?

Der Planet Mars gehört wie die Erde zu den erdähnlichen Planeten. Er ist zwar nur etwa halb so gross wie die Erde und hat eine tiefere Dichte, doch ist er unserem Planeten sehr ähnlich. Die Erde und Mars sind etwa zur gleichen Zeit entstanden. Auf beiden gab es flüssiges Wasser. Während unser Planet aber eine blaue Oase des Lebens wurde, entwickelte sich Mars zu einer kalten, (wahrscheinlich) toten Wüste. 

Etwa in diesem Gebiet, Elysium Planitia, landete Insight.

Wenn wir herausfinden können, warum genau sich Mars in diese Richtung entwickelt hat, hilft uns das dabei, unseren Planeten besser zu verstehen und vielleicht Entwicklungen zu stoppen, die uns in eine ähnliche Richtung schicken würden. 

Kein einfaches Pflaster

Es war lange nicht klar, dass Insight sicher landen wird. Von den bisherigen 14 Missionen zum Mars war nur die Hälfte erfolgreich. Deshalb hatte die NASA für die Landung von Insight eine der flachsten und sichersten Stellen ausgesucht. Insight soll während zwei Jahren in Betrieb sein.

NASA-Mitarbeiter brechen in Jubel aus, als Insight sicher landet.

Alle Bilder: Gemeinfrei / NASA