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«Ocean Cleanup» hat Startprobleme

Seit vier Wochen ist die erste Version des grossen Plastik-Fängers «Ocean Cleanup» im Einsatz. Das System 001 soll den grossen pazifischen Plastikstrudel reinigen. 

Das Projekt des 24-jährigen Visionärs Boyan Slat ist weltweit berühmt geworden, als der Junge aus den Niederlanden seine Idee 2013 präsentierte.

Dank der speziellen Form des Systems soll es möglich sein, Abfall direkt auf der Oberfläche des Meeres einzukesseln und danach mit Schiffen an Land zu bringen. Dort wird es recycelt.

Das System 001 ist aktuell in der ersten Testphase ausserhalb San Franciscos im Einsatz. Der Prototyp besteht aus einem ca. 600 Meter langen Rohr, das in einer U-Form auf dem Meer treibt. Eine drei Meter lange «Flosse» hängt unter dem Rohr ins Wasser. Darin soll das Plastik hängenbleiben. Das Problem: Im ersten Testlauf ist noch kaum Plastik gesammelt worden. 

So sieht System 001 von oben aus. 

Warum fängt System 001 kein Plastik?

In einem Blogpost erklärt Boyan, warum das Projekt bisher wohl noch keine grossen Mengen an Plastik einsammeln konnte.

«Obwohl die Technologie eigentlich simpel ist, sind die Dynamiken komplex», erklärt er. Einer der Gründe könnte sein, dass System 001 sich nicht schnell genug bewegt. Denn die Fang-Flosse muss schneller treiben als das im Meer schwimmende Plastik, sonst bleibt nichts hängen.

Ein weiteres Problem sieht Boyan darin, dass die beiden Enden des «U» durch den Wind zu stark vibrieren. Die verursachten Wellen können das Plastik wegtreiben, bevor es überhaupt in die Öffnung des U gelangen kann. 

Als eine erste Gegenmassnahme werden Boyan und sein Team das U etwas mehr «öffnen». Dadurch wird es stärker von Wind und Wellen angetrieben und der Vibrationseffekt wird reduziert.

Das Ocean-Cleanup-Team hat solche Hindernisse erwartet: «Das ist unser Beta-System und das erste überhaupt eingesetzte Ocean-Cleanup-System. Wir sind auf Überraschungen vorbereitet.»

Die Crew arbeitet am System 001.

Wie funktioniert Ocean Cleanup genau?

Zwischen Nordamerika und Hawaii schwimmt ein Plastikstrudel in der Grösse von Texas. Dieses Plastik mit Booten und Netzen einzufangen, wäre teuer und langwierig. Die Systeme des Ocean Cleanup sollen autonom, also ohne menschliche Besatzung, über die Meere schwimmen.

Das hat den Vorteil, dass sie genau dorthin treiben, wohin das Plastik ebenfalls getrieben wird. In der Theorie ist das System aber schneller als das Plastik und kann es so aufsammeln. Denn Plastik wird nur von der Strömung getrieben. Das Ocean-Cleanup-System profitiert aber auch von Wind und Wellen, da das Rohr über dem Wasser liegt.

Ist das U mit genug Plastik gefüllt, alarmiert ein Sensor die Crew, dass das Plastik zur Abholung bereit ist. Ein Schiff sammelt es ein und bringt es an Land, wo es recycelt wird. 

In diesem Video wird es dir (auf Englisch) nochmal genauer erklärt.

Alle Bilder: Ocean Cleanup