fbpx

Die Raumsonde Voyager 2 hat «das Sonnensystem verlassen»

Seit über 40 Jahren ist die NASA-Sonde Voyager 2 auf ihrer Reise durch das Weltall. Jetzt hat sie den interstellaren Raum erreicht. Was bedeutet das für uns? 

Auf ungeplanter Mission

Die Raumsonde Voyager 2 wurde eigentlich ausgesandt, um die äusseren Planeten – Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun –  zu untersuchen. Als erste Raumsonde überhaupt machte sie Fotos von Neptun und Uranus und entdeckte 16 Monde. Dann haben Wissenschaftler sie in Richtung interstellarer Raum geleitet. Und sie funktioniert noch immer!

Was bedeutet «interstellarer Raum»?

Die Sonne sendet einen konstanten Strom von Partikeln aus, den Sonnenwind. Der interstellare Raum beginnt dort, wo der direkte Einfluss des Sonnenwindes aufhört. Diese Grenze nennt man auch die «Heliopause» (Helios = altgr. «Sonne»). Ab dann befindet man sich im Raum zwischen zwei Sternen. Um einen herum ist die bisher wenig erforschte interstellare Materie.

Hier befindet sich die Voyager-Sonde.

Wie du auf dieser Grafik siehst, kommt da noch etwas namens «Oortsche Wolke». Das ist eine bisher nicht nachgewiesene Ansammlung kleiner Objekte (Kometen, Eiskörper etc.), die das Sonnensystem kugelförmig umschliessen soll. Für einige Wissenschaftler hört erst dort das Sonnensystem komplett auf. 

Was bringt uns der interstellare Raum?

Bis die Voyager-1-Sonde den interstellaren Raum erreichte, wussten wir nicht, wie gross der «Schutzschild» der Sonne wirklich ist. Draussen im interstellaren Raum schiessen viel stärker geladene Strahlen durch den Weltraum. Die Sonne schützt uns vor ihnen. 

Hier siehst du die schützende Heliosphäre um das Sonnensystem.

«Die galaktische kosmische Strahlung ist wie ein Bote für Informationen aus unserer galaktischen Nachbarschaft», erklärt NASA-Wissenschaftlerin Georgia Denolfo an einer Pressekonferenz. Normalerweise schauen wir immer durch die verschleierte Linse des «Sonnenschutzschildes» auf den interstellaren Raum. Voyager 2 kann jetzt ohne Schleier direkt in unsere Nachbarschaft schauen. 

Dadurch können wir viel genauer Informationen über Planeten anderer Sterne sammeln. Denn jeder Exoplanet ist in seinem eigenen «Sonnenschutzschild». Wie genau dieser Schild aufgebaut ist, spielt eine grosse Rolle dabei, ob der Planet für Menschen bewohnbar wäre. 

Erreicht Voyager 2 bald einen anderen Stern?

Leider nein. Obwohl Voyager 2 mit über 50’000 km/h durch das All fliegt, wird es noch 300 Jahre dauern, bis die Sonde nur schon die Oortsche Wolke erreicht. Bis zu Alpha Centauri, dem am nächsten liegenden Stern, dauert es noch mehrere Zehntausend  Jahre. Bis dann wird aber niemand mehr von Voyager 2 Signale empfangen. Die NASA rechnet damit, dass Voyager 1 und 2 bis ins Jahr 2027 Daten senden werden. 

Künstlerische Darstellung eines möglichen Planeten um Alpha Centauri B.

Bilder: NASA,  ESO/L. Calçada/N. Risinger – ESO, CC-BY 4.0